Danke, treuer Plötze

Nun ist es soweit, ein neuer Artikel erblickt das Licht der Welt. Eigentlich hätten wir in letzter Zeit viel zu erzählen gehabt. Lexis Chemotherapie schlägt gut an, wir sind in eine tolle Wohnung in der Schweiz gezogen, Plötze hat einen Nachfolger bekommen…

All das sind Themen, die wir gerne geteilt hätten, die aber doch in der ganzen Arbeit untergegangen sind, die das Leben in Zeiten der Veränderung eben so mit sich bringt.

Jetzt ist Plötze weg – und das drückt so sehr auf die Tränendrüsen, dass ich etwas dazu schreiben muss.

Wie ist es Plötze im letzten halben Jahr ergangen?

Nachdem wir im Winter zurück nach Deutschland gekommen sind, stand erstmal ein Punkt ganz weit oben auf der Liste: Plötze zum TÜV bringen, dann reparieren, dann Nachprüfung.

Den ersten Teil haben wir geschafft, dann kam die Mängelliste (zwei voll beschriebene Seiten) und wir begruben den Plan wieder. Eine Reparatur (vor allem der viele Rost) wäre kaum machbar gewesen und nach zwei Jahren wäre der Rost wieder da gewesen.

Also kam er nach Liptingen und diente in der kommenden Zeit als Gästezimmer für uns und als Deko-Objekt für den Garten. Habt ihr je einen so tollen Gartenzwerg gesehen?

Lexi beim Abschiednehmen mit Edding – ist Plötze in diesem üppigen Garten nicht höchst dekorativ?

Ein neues Leben

Alexa und ich sind nun umgezogen und viele neue Projekte erwarten uns. Plötze konnte nicht mit, aber im Garten bleiben konnte er auch nicht. Also haben wir ihn inseriert.

Plötzes Interieur haben wir zuvor ausgeschlachtet. Lexi hat das ganze Holz und die Schrauben in unserem neuen Keller zu Regalen verarbeitet.

Nach etlichen betrügerischen Emails auf Englisch und schlechtem Deutsch kam dann die sauber formulierte, vertrauenerweckende Anfrage einer Dame herein. Was wollte diese Frau mit so einem alten Klepper?

Ein kurzer Anruf brachte die Antwort schon zutage: Plötze soll als Schulbus in einem kleinen Ort in Gambia dienen. Die Schule wird von ihr und ihrem Mann mit eigenen Mitteln gebaut, ein Kinderheim soll folgen. Was sagt man dazu?

Natürlich: Ja! Sie hat sofort den Zuschlag bekommen und ist noch in derselben Woche gekommen um Plötze abzuholen. Jetzt steht er in einem Container mit ein paar weiteren Spenden (wir haben von ihr nichts für Plötze verlangt) und wartet darauf, verschifft und in Sotokoi, Gambia wieder zusammengeschweißt zu werden.

Getrennte Wege

Plötze als Schulbus für Kinder in Gambia. Was kann man sich mehr wünschen? Nur, dass wir bald mal wieder von ihm hören und ihn eines Tages besuchen können. Die Einladung dazu haben wir schon in der Tasche 🙂

Wir danken Plötze für eine wirklich intensive und total schöne Zeit. Mit Ihm haben wir sehr schöne Erfahrungen geteilt (zu heiraten, Wildtiere zu beobachten, etliche Sonnenaufgänge an einsamen Stränden, das Ende der Welt zu sehen, niemals anzukommen und doch immer daheim zu sein) und auch durch weniger schöne Erfahrungen hat er uns begleitet, Schulter an Schulter an Motorhaube (bedroht zu werden, stecken zu bleiben, liegen zu bleiben, von Mücken aufgefressen zu werden, arbeitslos bei den Eltern zu stranden, Krebs zu haben).

Durch all das sind wir ziemlich mit Plötze zusammen gewachsen, und ihn ziehen zu lassen, fühlt sich an, als würden wir den dritten Teil unserer kleinen Familie verabschieden. Aber es war das einzig Richtige, und wir wissen, auch wenn es ohne uns ist, wird er noch so einige spannende Abenteuer erleben. Zu wissen wo er hingeht macht es leichter, und eines Tages sehen wir uns vielleicht wieder!

7 Gedanken zu “Danke, treuer Plötze”

  1. Ich hätte nicht gedacht, dass mich ein rostiger Haufen Blech berühren könnte,aber nun tut er es doch.
    Aber ein schöneres Second Life hätte man ihm wirklich nicht wünschen können.

    1. Da siehste Nadja, man kann sein Herz an allem Moeglichen verlieren. Es gibt Menschen die verlieben sich in Haeuser, oder in Baeume oder besonders exzentrische sogar in andere Menschen.
      In Hannover soll eine leben die hat sich in ihrer Zahnbuerste verliebt. Deswegen hat sie einen Mann geheiratet der sehr borstige Augenbrauen hat.

  2. Na ich bin natürlich nicht unzufrieden!
    Ob das Teil sich als Schulbus eignet wage ich zu bezweifeln, auch geschenkt kann noch zu teuer sein! Vielleicht kann man ihn als Blechspielzeug Made in Africa auf unseren Flohmärkten wieder kaufen!

  3. Sehen wir’s mal so, euer Ploetze hat die Weltreise einfach weitergemacht. Sein Abschied hätte sein können:
    „Liebe Lexi und Larry. War schön mit euch unterwegs zu sein und so eine Ruhepause im Garten von Tanja und Olaf hat uns Dreien auch gut getan, aber ich muss weiter. Ihr habt jetzt hier genug zu tun, Lexi ist dabei gesund zu werden und auf dich Larry warten die Finiten Elemente in der Schweiz. Ich habe mich mit dem Audi A6 einer deiner neuen Chefs unterhalten und er hat mir versprochen ein Auge auf dich zu haben für einen guten Start in dieser südlichen uns so fremden Kultur, die bis vor kurzem auch noch den schönen Brauch der Menschenopfer kannte. So entstand übrigens das Jodeln, wenn die einen eine Klippe hinab gestoßen haben.
    Dennoch will ich euch nicht ganz alleine lassen und habe meinen Cousin „Le Ploetz“ aus Frankreich gebeten herzukommen und als so eine Art WG mit euch zusammenzuwohnen. Mon ami, der kann aber manchmal speziell sein. Wenn ihr tankt, bitte immer eine Flasche Bordeauxwein dabei haben. Nein nicht in den Tank damit, sondern die während der Weiterfahrt genüsslich austrinken und einen richtig reifen Camembert mit frischem Baguette dazu verspeisen. Dann ist „Le Ploetz“ glücklich und hat kein Heimweh. Könntet ihr euch da auch auf Französisch unterhalten?
    Meine Lieben, muss jetzt los. Bin schon mal gespannt ob ich eine echte Giraffe da zu sehen kriege und …..“

  4. Freut mich für Plötze 😁👍 Ich würde auch eher das warme Afrika vorziehen.

    Alles Gute euch weiterhin. Alexa dir viel Gesundheit!
    Danke für das Teilen eurer Geschichte 😀😀👍 😍

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