Die Hauptstädte des Baltikums

Zum Zeitpunkt, als der letzte Bericht herausgekommen ist, waren wir bereits in Riga. Wir haben uns wieder in einem schicken Café mit (schnellem!) Internet und Steckdosen breitgemacht. Natürlich haben wir artig die Getränkekarte und die angebotene Sammlung an Eclairs durchprobiert, was mich zum Schluss kommen lässt, dass eine lokale SIM-Karte auf Dauer wahrscheinlich günstiger ist. Ganz zu Schweigen von der Kalorienzufuhr in diesen Cafés…

Larry ist fleißig am Tippen

Riga ist die Hauptstadt Lettlands und, laut Google ;), für die mittelalterliche Altstadt bekannt. Was wir beim durchstreifen der Innenstadt gesehen haben, hat diese Erwartung leider nicht ganz erfüllt. Ich habe leider nur wenige Orte dort gesehen, die mir wirklich gefallen hätten. Es gab einige schön angelegte Stadtgärten und auch der Rathausplatz mit dem Schwarzhäupterhaus ist einen Besuch wert. Aber auch der wirkt im Vergleich zu den schick bearbeiteten, bunten Bildern im Internet eher grau und unspektakulär, wenn man selbst dort steht.

Einer der Stadtparks
Fußgängerzone in Riga
Schwarzhäupterhaus auf dem Rathausplatz

Das Highlight für uns war eindeutig unser schicker Stellplatz, ein kostenloser Parkplatz am Strand im Norden Rigas. Toiletten, Mülleimer und Duschen (brrr, kalt!) sowie warmer, weicher Sand und das baltische Meer haben uns davon überzeugt, zwei Nächte dort zu verbringen. Der Strand ist ein richtig schöner Klischee-Strand, jedoch keineswegs überlaufen. Ich selber habe mich schon eifrig auf die Suche nach Bernstein gemacht, musste aber später nach kurzer Recherche feststellen, dass dafür die falsche Jahreszeit und das Wasser zu warm ist 🙁 Dafür gab es am ersten Abend ein spektakuläres Gewitter und am zweiten einen tollen Sonnenuntergang!

Lexi nimmt den Strand in Besitz
Larry sucht nach Bernstein…
… und genießt einen perfekten Sonnenuntergang 🙂

Von Riga sind wir dann direkt nach Tallinn weiter gefahren. Dabei haben wir uns auf der Hälfte der Strecke noch einmal einen ruhigen Stellplatz an der Küste gesucht, der sich leider als Privatgrundstück entpuppt hat. Wir hatten uns schon diebisch über den tollen Platz gefreut, als eine Frau aus einem nahe gelegenem Haus ankam und uns 10€ abknöpfte. Dafür konnten wir uns wenigstens noch einen Stromanschluss sichern, den sie uns aus einer Garage in der Nähe herausgelegt hat.

Ein 10-Euro-Stellplatz. Der Nebel hat sich später noch verzogen.

In Tallinn haben wir, nachdem wir einen kleinen Verkehrsinfarkt überwinden konnten, sofort einen Parkplatz am Hafen angesteuert. So konnten wir für günstige 2€ pro Tag übernachten.

Der nächste Tag in Tallinn war klasse. Die Altstadt ist teilweise noch von einer Stadtmauer umschlossen und ist groß genug, dass man ein paar Stunden darin herumwandern und die Atmosphäre genießen kann. Auch hier fällt mir auf, dass die Bilder im Internet nahezu alle geschönt sind, jedoch wirkte die Altstadt trotzdem deutlich mehr auf mich, als es die in Riga getan hatte. Das liegt zum einen an der Größe und zum anderen daran, dass sich hier Architektur und Flair konsistent durchziehen.

Zu Mittag haben wir uns Nudeln in „Jo’s Ramen“ gegönnt. Wir waren etwas überrascht, dass Jo sich als mächtiger, 2m großer Kerl entpuppte, der das Restaurant nur gegründet hat, um seine Leibspeise für Gäste kochen zu können. Die Ramen waren jedenfalls hausgemacht und ziemlich gut 😉

Blumenmeile vor der Altstadt
Auf dem Marktplatz
Vor den Stadtmauern

Den Nachmittag über machten wir noch ein paar Erledigungen und fuhren dann zum Hafen, um uns Abends mit der „Megastar“ für ca. 130€ nach Helsinki überschiffen zu lassen. Unser Plötze galt leider als ein Wohnmobil mit bis zu 4,4m Höhe und bis zu 8m Länge, was den Preis gut hochgetrieben hat :/ Da war er dann doch nicht klein genug, um als PKW durchzugehen…

An Board mussten wir leider feststellen, dass als wir erst einmal Plötze verlassen haben und an die Passagierdecks gegangen sind, uns die Rückkehr zum Wohnmobil bis zum Schluss verweigert wurde. Vielleicht denkt ja der ein oder andere von euch daran, wenn ihr einmal eine solche Fahrt antretet… An Deck der Megastar gab es vor allem eine menge Restaurants und Shopping-Alleen, vergleichbar mit einem Flughafen. Sogar ein Casino war vorhanden. Kurz: Die Leute hatten noch einmal so richtig Gelegenheit, ihr Geld auszugeben und haben es auch zum großen Teil getan 😉

Die Megastar schluckt ganz schön viele Autos und LKW…

Helsinki haben wir zügig durchfahren und sind gleich in das Hinterland Richtung Osten geflüchtet, um dann am nächsten Tag nach Parikkala zu fahren…

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