Motivation – Inspiration – Aktion

Ich habe mir fest vorgenommen, diese drei Begriffe als Aufhänger für den nächsten Beitrag zu nutzen. Warum? Weil diese Voraussetzung u.a. für das Entstehen eines Blog-Artikels sind 🙂 Mangelt es an einem der drei, geht erstmal nichts. Gerade die Aktion, also einfach das Schreiben, steht und fällt mit dem Vorhandensein von Motivation und Inspiration.

So dachten wir zumindest, bis Alexa beim täglichen Prokrastinieren ein Youtube-Video herausgekramt hat. Ich erlaube mir mal, das tolle Video hier einzubetten.

Ganz kurz zusammengefasst: Aktion benötigt nicht zwangsläufig die Motivation und Inspiration um abzulaufen. Wer einfach mal macht und klein anfängt, dem fliegen Motivation und Inspiration schon irgendwie zu. Also was macht der Larry? Er schreibt in seinem Reiseblog über Selbstoptimierung und hofft dabei, schon irgendwie die Reise aufarbeiten zu können 😉

Die hat seit dem letzten Artikel schon einen Monat gedauert und uns durch drei Länder geführt. Und weil ich mir (wann auch immer) vorgenommen habe, zumindest meine eigenen Beiträge chronologisch anzuordnen, muss ich jetzt die ganze Reise von Frankreich bis Portugal aufarbeiten.

Frankreich

In Frankreich waren wir ja jetzt schon ein paar Mal und auch für Plötze ist das mittlerweile nicht mehr neu. Allerdings haben wir es schon lange nicht mehr über das (sehr schöne!) Elsass hinaus geschafft. Also haben wir das Elsass mit nur einem kleinen Zwischenstopp in Belfort (wo wir irgendwie immer landen) zügig durchfahren und sind erstmal in der Auvergne gelandet. Elsässischer Wein und Blumen wurden (gefühlt) nach und nach durch Viehzucht abgelöst, landschaftlich wurde trotzdem einiges geboten. Besonders angetan haben es uns einige sehr zutrauliche Pferde, die wir an einem Schlafplatz an der Saône getroffen haben.

Die Pferde und ihre Bewohner waren überaus glücklich uns zu sehen!

Auch (aber nicht nur) die Pferde haben sich über uns gefreut. Später in Vichy haben wir zu sehen und zu spüren bekommen, dass wir noch ein paar zusätzliche Passagiere aufgenommen hatten. Wir haben drei Tage mit dem Versuch verbracht, sie wieder los zu werden. Inklusive nächtlicher, kalter Stranddusche und anschließender Heißwäsche unseres Bettzeugs. Der Trockner hatte in der Nacht leider nicht geheizt, weswegen wir dann in feuchter Bettwäsche schlafen durften. Uncool 🙁

In einer Apotheke in Vichy haben wir dann eine Menge Mittelchen für uns und Plötze sowie einige tolle Reisetipps bekommen (Danke an Jean-Baptiste). Nach einer Nacht in einem günstigen Hotel mit Badewanne, in der Plötze mit einer Raumspraybombe vergiftet wurde, war dann erstmal Ruhe und die Stiche gingen zurück.

Die folgenden Tage sind wir einfach von einem schönen Fleckchen zum nächsten getingelt, und ich habe mich erstmals etwas intensiver mit der neuen Kamera beschäftigt. Vor allem Nachtaufnahmen haben es mir angetan, weswegen jetzt einer der ersten Versuche präsentiert wird.

„Plötze unter der Brücke“. Wer jetzt einen guten Monitor besitzt, kann Plötze, den Fluss und den Sternenhimmel erkennen.

Das hat noch nicht so gut geklappt (auch wenn die Bilder auf dem Bildschirm der Kamera besser aussahen). Von den spektakulären Aufnahmen diverser Landschaften unter dem Sternenhimmel ist das jedenfalls noch weit entfernt. Was ich mittlerweile gelernt habe (abseits korrekter Einstellungen von ISO, Blende und Belichtungszeit): Die Bilder werden erstmal am PC nachgearbeitet. Wenn ich mal dazu komme, gibt’s bessere Bilder zu sehen 😉

Eine besonders tolle Gegend, in der wir dank eines Geheimtipps von J.B. auch das Wandern für uns entdeckt haben, ist das Département Puy-De-Dôme, wo wir den Vulkan Puy Pariou bestiegen haben. Dort konnten wir es auch nicht lassen, im Kessel unsere Initialen (Lexi und Larry) zu hinterlassen.

Auf dem Puy Pariou. Bei genauem Hinsehen sieht man auch unsere Initialen im Vulkan.

Bis auf eine kleine Schlechtwetterpause, die uns die Gorges du Tarn verhagelt hat, war das Wetter eigentlich immer ideal! Wir haben die Zeit sehr genossen und sind auch nicht allzu schnell gereist, wie es noch in Skandinavien der Fall war. Alles in allem hatten wir wieder eine schöne Zeit in Frankreich. Es gab eigentlich überall gratis (und trinkbares) Trinkwasser für uns, die Landschaft war nahezu überall schön und ich habe den bisher besten Käse bekommen. Trotzdem wurde es mal Zeit für was Neues, was wir auch sofort bei der Grenzüberschreitung nach Spanien bekommen haben.

¿hablas español?

Das erste Örtchen direkt an der Grenze war ziemlich heruntergekommen und schien nur zu dem Zweck da zu sein, dass die Franzosen billig einkaufen und tanken können. Es hat mich ein bisschen an den Polenmarkt bei Hohenwutzen erinnert, bei dem sich einfach einige Händler in einer Art Industrie-Ruine eingenistet hatten. Auch durften wir recht viele Prostituierte sehen, die es sich am Straßenrand im Schatten auf billigen Plastikstühlen bequem gemacht hatten. Da wir erstmal weder einkaufen noch sonst irgendwelche Dienstleistungen in Anspruch nehmen wollten, sind wir zielstrebig zu einem Schlafplatz am Pantà de Boadella gefahren, den Alexa herausgesucht hatte. Und der war so schön, dass ich es doch ziemlich bereut habe, nicht vorher für mehrere Tage eingekauft zu haben.

Der Bergsee hatte eine erträgliche Badetemperatur und ist nahezu unbesiedelt. Es gab auch massig Platz für die paar anderen Camper, die sich noch dorthin verirrt hatten. Zum Schwimmen und die Seele-Baumeln-Lassen ist der Ort ideal! Und in Schwimmreichweite gab es sogar ein paar Pferde, die morgens von sonst-woher zum Grasen gekommen sind. Die vorher gesammelten, schlechten Erfahrungen haben uns nicht davon abgehalten, auch diese Pferde ausgiebig zu streicheln!

Die übrigen Pferde haben sich wohl wieder im Wald versteckt…

Neben einiger Pferde haben wir seid Spanien auch immer wieder eine für uns bis dahin neue Fauna beobachten dürfen:

Kann man den essen? Nicht, dass wir (abseits vom Vegetarismus) wollen: er wehrt sich nach Kräften!

Wir sind auch ziemlich bald nach Barcelona gefahren, haben uns aber aufgrund zahlreicher Berichte über Einbrüche in Wohnmobile nicht getraut, tatsächlich in die Stadt rein zu fahren. Schade eigentlich, aber vielleicht holen wir das einfach irgendwann mit einem Kurztrip+ Hostel nach.

Was darauf folgte, war eine längere und ganz schön öde Reise durch Aragonien. Und das nur, weil Alexa den erstbesten Stellplatz mit gratis Strom (brauchten wir zum Arbeiten) ausgesucht hatte. Die Landschaft sah eigentlich durchgehend so aus:

Eigentlich haben nur ein paar Oliven-Plantagen (glaube ich zumindest) und einige riesige Photovoltaik-Parks für Ablenkung gesorgt. Und auch die Stadt, in der der tolle Stellplatz sein sollte, sah eigentlich nicht sehr einladend aus. Ich wusste zuerst nicht, ob dort wirklich jemand lebt^^

Diese Stadt sieht aus, als wäre sie vor langer Zeit zerbombt und entvölkert worden, was auch nicht ganz falsch ist…

Aber was wir da zuerst gesehen haben, war die ehemalige Stadt Belchite, über die Alexa mehr als ausführlich berichten wird! Soviel nur: Wir haben immerhin drei Nächte dort ausgehalten und unter anderem ausgiebig Skyrim gezockt 😉

Die restliche Tour durch Spanien war, wie sonst eigentlich auch, recht planlos und angenehm. Ein paar kleinere Zwischenfälle gab es zwar noch ( darunter ein erneuter Ausbruch der Ungezieferplage mit anschließendem Hotelbesuch in Saragossa und ein ungenießbarer Pilz, den Lexi trotzdem genossen hat), aber wir haben den Vagabundismus wieder ausgiebig gepflegt. Trotzdem haben wir uns sehr gefreut, als wir eines Nachts die portugiesische Grenze überfahren haben. Warum? Weil uns von allen Seiten vorgeschwärmt wurde, wie schön dieses Land ist (besonders die Algarve).

Portugal, bis Lissabon

Wir sind am nördlichsten Zipfel ins Land gefahren, dementsprechend weit waren wir noch von der Algarve entfernt. Nichtsdestotrotz wurden wir schon am ersten Morgen von einem tollen Anblick begrüßt:

Wir sind dann erstmal Richtung Porto gefahren, was um einiges länger gedauert hat, als zuerst gedacht. Der Norden Portugals scheint nahezu ausschließlich aus Gebirge zu bestehen, weswegen wir nur auf kleinen Serpentinenstraßen unterwegs waren. Darüber verteilt sind viele kleinere Ortschaften, sodass man selten schneller als 50km/h fahren konnte. Dafür konnten wir umso mehr sehen, je langsamer wir unterwegs waren 🙂 Besonders schön fanden wir, dass nahezu jedes Grundstück, an dem wir vorbei fuhren, wenigstens teilweise auf Selbstversorgung ausgelegt war. Und da entdeckte man dann nicht nur die bei uns gewohnten schnöden Apfelbäume, sondern auch Kiwis, Orangen, Kakis, und und und…

Und beim Spazieren in Souselo hatten wir sogar das erste Mal das Gefühl, dass wir hier irgendwann wieder zurückkommen und da wohnen möchten. Dementsprechend ist das der erste (und bis jetzt einzige) Ort auf unserer „wo-wir-mal-leben“ Google-Liste. Aber da kommen sicher noch ein paar.

Auch waren wir in der letzten Zeit das erste Mal richtig am Atlantik. Hier wurden die ersten Versprechen über Portugal wahr: Kilometerlange, unbesiedelte Strände. Und trotz der kühlen Temperaturen konnten wir es uns nicht nehmen lassen, ausgiebig in den Wellen zu planschen 🙂

Sonnenuntergänge über dem Ozean dürfen natürlich nicht fehlen!

Jetzt sind wir in Lissabon und genießen diese lebendige Stadt für ein paar Tage. Ich lasse die Erlebnisse dann im nächsten und ganz sicher bald erscheinenden Beitrag einfließen 🙂

Und wie geht es Plötze?

Plötze schlägt sich wacker! Die Bremsen funktionieren super, was man von den recht abgefahrenen Vorderreifen nicht mehr sagen konnte. Wir sind also in die erstbeste portugiesische Werkstatt gefahren, wo wir auch gleich angenommen und neue Sommerreifen spendiert bekommen haben.

Die Mechaniker wussten leider auch nicht weiter…

Der andere Grund für den Werkstattbesuch war eine abgelöste Achsmanschette am rechten Vorderrad. Diese ist eigentlich dafür da, um das Gelenk der Antriebswelle vor Dreck zu schützen und dafür zu sorgen, dass das Schmiermittel nicht verloren geht. Ich hatte sie nach dem Bremsenwechsel ausgetauscht und die Neue mangels passendem Werkzeug mit Kabelbindern befestigt. So ein Pfusch! Was bei der linken Achsmanschette schon funktioniert hat und bis jetzt hebt, hat leider bei der rechten nicht geklappt… Die Mechaniker konnten auch nicht auf die schnelle helfen, weswegen das Problem bis jetzt besteht. Ich werde also bald selber ran müssen. Wenn ich hier doch nur neues Fett auftreiben könnte…

Auch der Auspuff drohte zwischenzeitlich ab zu fallen. Irgendein Halter ist weggerostet oder sonstwie verloren gegangen. Ein starker Draht aus dem Baumarkt sorgt erstmal für Linderung. Bis zum Ende der Reise sollte das heben 😉

Ihr seht, Autos sind ein Fass ohne Boden, und Plötze bildet da keine Ausnahme. Dennoch bin ich zuversichtlich, dass er uns noch bis zum Ende der Reise ein treuer Begleiter sein wird. Er braucht nur, genau wie die Insassen, ab und zu etwas Pflege.

Ein Gedanke zu “Motivation – Inspiration – Aktion”

  1. Also was mir aufgefallen ist Larry, ist dass eure Reisegeschwindigkeit proportional zur steigender Umgebungstemperatur sinkt.
    Oder ist Ploetze in die Jahre gekommen und kann nicht mehr so schnell?
    Oder habt ihr euch die da im Süden üblichen Siesta Regeln verinnerlicht?
    Oder habt ihr endlich bemerkt, dass das Wichtig-sein doch nicht so wichtig ist?
    Oder habt ihr bemerkt, dass die Menschen, egal ob von Oben oder von Unten, gar nicht so verschieden sind?
    Oder kannst du mir sagen wieso ich so etwas nie gemacht habe?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.