Städtetour in Skandinavien

Tja, da sind wir wieder…

Lexi vor dem Trondheimer Starbucks, endlich wieder ein Java-Chip-Chocolate-Coffee-Frappuccino!

Tatsächlich sitzen wir in einem Starbucks in Stockholm, nicht in Trondheim. Ich habe nur vergessen, ein neues Bild zu schießen 😛

Aber der Reihe nach. Vor etwa zwei Wochen hatten wir uns dazu entschieden, dem verregneten Nord-Norwegen den Rücken zu kehren und stattdessen den schwedischen Städten am bottnischen Meerbusen einen Besuch abzustatten. Das Wetter hat uns in unserer Entscheidung bestätigt. Es wurde wärmer und immer mehr ist die Sonne raus gekommen 🙂

Drei Städte haben wir besucht: Luleå, Skellefteå und Umeå. Abgesehen davon, dass es Städte mit mehr als einer Kirche und einem Einkaufsladen sind, kann ich leider nichts besonderes berichten. Luleå hatte den tollen All-In-Stellplatz mit Waschmaschine am Hafen, Skellefteå zur Zeit unseres Besuchs ein nettes Straßenfest mit einem Überangebot an Langos (das wir dank Lexis Keto-Ernährung nicht wahrnehmen konnten) und Umeå, als größte der drei Städte, eine menge Studenten. Gerade Umeå scheint eine klasse Stadt zum Leben zu sein, mich als schnöden Touristen und Liebhaber mittelalterlicher Altstädte hat sie leider nicht angesprochen.

Ganz vergeudet war die Zeit aber nicht, wir sind nämlich auf die super Idee gekommen, einem unserer Hobbies zu nachzukommen: Bouldern! In der IKSU-Sporthalle in Umeå konnten wir für relativ schmales Geld (13€ pro Person) eine Tageskarte erstehen, mit der wir die ganze Anlage nutzen konnten.

Es war schön, mal wieder die laschen Muskeln zu beanspruchen! Auch die anwesenden Kletterer und Routen-Schrauber waren richtig nett, kommunikativ und spendabel, was Tape anging (unsere Hände haben wir ziemlich schnell zerschunden).

Der Versuch, nicht herunter zu fallen.

Nach Umeå ging es dann Richtung Trondheim. Wir haben uns dagegen entschieden, die schnelle Autobahnroute zu nehmen und sind stattdessen direkt nach Westen durch die Pampa gefahren. Dabei haben wir folgende Erfahrung gemacht: Die Landschaft wurde immer interessanter, je weiter wir nach Westen kamen, und das Wetter immer schlechter. Und wieder einmal wurden wir nach dem Grenzübergang von unseren Eindrücken überwältigt. Wie schafft es dieses Land, uns so zu verzaubern? Und was haben wir eigentlich verbrochen, dass es hier die ganze Zeit kalt und nass ist??

Tja, es gibt keine Aufnahmen im strahlenden Sonnenschein, dennoch haben wir die Fahrt sehr genossen und können nur jedermann empfehlen, sich abseits der Schnellstraßen zu halten!

Lexi labt sich am Ausblick…
… der sich durchaus sehen lassen kann.

Norwegen hat einfach die richtige Mischung aus gewaltiger Gebirgslandschaft, satter und urtümlicher Vegetation sowie genug Wasser. Und all das findet immer wieder in atemberaubenden Motiven zusammen, sodass sich der noch werdende Laien-Landschaftsfotograf und Autor dieses Textes immer wieder aufs Neue freuen kann 🙂

Auch direkt unter der Wolkendecke ist es faszinierend.

Als Kontrastprogramm zu der Fahrt durch die beeindruckende Landschaft haben wir uns erstmal 3 Tage lang um Trondheim herum aufgehalten. Es gibt ein paar gute und kostenlose P+R Parkplätze, von denen wir einen gerne nutzten! Der erste Tag ging für’s Wäschewaschen (hier scheint es den einzigen Waschsalon im ganzen Norden zu geben) und für’s Frappuccino-Schlürfen drauf. Das ist auch voll okay, schließlich hatten wir Cheatday 🙂

Den zweiten Tag haben wir uns dann vom Cheatday-Exzess im Camper erholt. Da haben wir dann auch striktere Regeln für die zukünftigen Cheatdays aufgestellt, weil wir es echt übertrieben hatten 🙁

Am dritten Tag konnte ich Alexa dazu überreden, sich die Stadt mit mir anzusehen. Also schnell mittels Park4Night einen kostenfreien Parkplatz gesucht („Jay, nur 30 Gehminuten in die Stadt!“) und los ging’s.

Trondheim hat eigentlich alles, was eine Stadt für mich sympatisch macht: Einen Hafen, moderne und gut ausgestattete Einkaufszentren und eine schnuckelige, atmosphärische Innenstadt. Nur hat das Wetter alles dazu getan, um den guten Eindruck wieder zu relativieren^^

Lexi freut sich über den Wind und den Regen…
… den man auch auf nahezu jedem Bild als Tröpfchen auf der Linse sieht

Also sind wir den Vorschlägen eines Kumpels gefolgt und in den Süden nach Oppdal gefahren. Dieser Ort liegt in Mitten zahlreicher sehenswerter Nationalparks, die wir uns aber aufgrund des Wetters nur im Vorbeifahren ansehen wollten. Sorry Veit 🙁

Weiter ging es Richtung Oslo, und endlich hat mal die Sonne rausgeschaut! Da wir zufällig am Rondane Nationalpark vorbeigefahren sind, haben wir einen kleinen Abstecher dorthin gemacht um wenigstens einmal Wandern zu gehen. Einen offiziellen Wanderweg haben wir nicht gefunden, also ging es querfeldein über eine schmale Stelle eines Flusses und über Stock und Stein die Berge rauf.

Gut, dass Lexi Bouldern kann!
Die Kletterei wird mit einer weiten Sicht belohnt.

Wir sind auch einigen Wildpfaden in der Hoffnung gefolgt, endlich einen Elch zu sehen. Zu sehen war aber nur überall dieses „weiße Moos“, wie es auch auf den Bildern zu sehen ist. Vielleicht kann ja einer der Leser in die Kommentare schreiben, was das ist. Ich konnte es leider nicht herausfinden! Dennoch war es schön, mal weiter von Plötze weg und rein in die Natur zu kommen.

Die nächste Station war Oslo. Zumindest waren wir kurz davor, in die Stadt rein zu fahren. Nach einem Kassensturz am Monatsanfang wollten wir jedoch erstmal vorsichtiger mit unseren Finanzen umgehen und haben versucht, einen möglichst günstigen Weg nach Oslo hinein zu finden. Dank City-Maut und fehlender bzw. sauteurer Parkmöglichkeiten – auch in der Umgebung von Oslo – haben wir aber irgendwann genervt aufgegeben und sind gleich zu den Kirchenruinen bei Nes gefahren. Darüber schreibt Lexi ihren Artikel.

Alles in allem muss ich sagen, dass Norwegen uns auf dem falschen Fuß erwischt hat. Landschaftlich hat uns das Land durchgehend beeindruckt und unsere Erwartungen weit übertroffen. Das permanente Mistwetter und das sehr hohe Preisniveau haben es uns aber ziemlich versaut und dafür gesorgt, dass wir eher zügig wieder nach Schweden gefahren sind. Wir haben so ziemlich jeden Ort, den wir ursprünglich besuchen wollten, ausgelassen. Das ist sehr schade, aber wir nehmen uns fest vor, es irgendwann noch einmal zu versuchen. Mit besserer Vorbereitung (und vielleicht einer anderen Reiseform?) werden wir das Land in Angriff nehmen und die guten Seiten so viel wie möglich auskosten.

Wenigstens hat uns Norwegen beim Rausfahren mit unserem ersten Elch belohnt…

Gut, dass wir mit Plötze keinen Elchtest machen mussten…

… den ich mangels Licht nicht so toll ablichten konnte, obwohl der Elch mich ganz schön nah ran gelassen hat, bevor er Fersengeld gegeben hat 🙂

Jetzt sind wir in Stockholm, haben bereits mehrere Cheatdays vorgezogen (eine Prinzessinentorte in Karlstadt und ein weiterer Frappuccino im Starbucks in Stockholm) und freuen uns schon darauf, diese Stadt zu erkunden. Sie sieht bereits sehr vielversprechend aus!

5 Gedanken zu “Städtetour in Skandinavien”

  1. Das ist eine Flechte, euer weisses“ Moos“, umgspr. Rentierflechte genannt, die Rentiere ernähren sich davon Je kälter und feuchter, desto Flechte!. Der Elch ist suuuuper!

  2. Super Tanja! Suche gespart:) Dankeschön! Man, man, man hier werde ich noch schlau wenn das so weiter geht:) freue mich auf den nächsten Bericht.
    Ach ja….. bei den Langos hätte ich meinen persönlichen Cheatday eingelegt….und bei Torten würde ich auch schwach werden!!! Ganz besonders Nussbuttercreme:)

    1. Flechten wachsen übrigens immer nur dort, wo die Luft besonders rein und unbelastet ist, da Flechten sehr empfindlich sind. 😀
      Ein toller Artikel Larry! Haltet dem Regen weiter stand! Dann werdet ihr bald mit reichlich Sonne belohnt werden. 🙂

  3. Larry, schön zu sehen, dass das Wetter eure Laune nicht beeinträchtigt. Wie man auch an Alexas fröhlichen Gesicht erkennen kann.
    Ja dieses ‚permanente Mistwetter.‘ Könnte eine Erklärung dafür sein, wieso die Wikinger vor über tausend Jahren sich in ihren Langbooten gesetzt und England überfallen haben. Da sie aber bald feststellten, dass es da auch dauernd regnete sind sie ziemlich schlecht gelaunt weiter nach Frankreich und sogar bis runter nach Sizilien und Byzanz. Ja Plötze ist gewissermaßen euer Langboot mit dem ihr nun auf Raubzug unterwegs seid. Die armen Schweden.

  4. Eure Landschaftsfotografien von Norwegen sehen wirklich beeindruckend aus und machen mir Lust, diese tolle Natur auch mal zu erleben. Das permanente Niesel Griesel Grau verleiht dem ganzen eine geheimnisvolle Stimmung. Jedenfalls ist so ein Wetter eine tolle Gelegenheit, an seiner eigenen Einstellung zu arbeiten und die positven Seiten daran zu entdecken. Regen macht ja bekanntlich schön, wie an dem hübschen Elch zu sehen ist!
    Beim verpassten Langos blutet mir das Herz 🙁

Schreibe einen Kommentar zu Tanja Antworten abbrechen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.